Herkunft Erzählen

Autosoziobiographische Reflexionen über das Aufwachsen, Ankommen und Anderssein

Man verlässt einen Ort nicht einfach.
Man nimmt ihn mit.

Im Körper.
In der Sprache.
In dem, was man sagt und was man nicht mehr sagen kann.

Fragmente von Erfahrungen mit Herkunft, Klasse und Aufstieg.

Die digitale Ausstellung „Herkunft erzählen“ versammelt autosoziobiografische Arbeiten von Studierenden, die im Rahmen des Seminars „Herkunft erzählen: Autosoziobiografische Reflexionen über das Aufwachsen, Ankommen und Anderssein“ gemeinsam literarische und theoretische Texte zu Herkunft, Bildung und sozialer Ungleichheit gelesen und diskutiert haben.
Ausgehend von diesen Auseinandersetzungen entwickelten die Studierenden eigene Formen des Erzählens: Texte, Bilder und weitere Formate, in denen sie Fragen von Herkunft, sozialer Positionierung und klassenspezifischer Erfahrung soziologisch informiert reflektieren. Das ist es, was Autosoziobiografien auszeichnet: Es handelt sich um Texte, die eigene Erfahrungen als Ausdruck von sozialer Herkunft und gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen lesbar machen.

Die Ausstellung versteht sich als experimenteller Raum, in dem sichtbar wird, wie eng das Erzählen der eigenen Herkunft, des vermeintlich individuellen Erlebens mit gesellschaftlichen Strukturen und Ungleichheitsverhältnissen verwoben ist. Da die Idee auf großes Interesse gestoßen ist, sind auch einige externe Beiträge aufgenommen worden.

Die Ausstellung versteht sich zudem als Sammlung und als Einladung: Zum Lesen, Eintauchen und zum Nachdenken darüber, wie soziale Herkunft formt, behindert und ermöglicht und warum Herkunft nur als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse erzählt, verortet und kartiert werden kann.

Die Einreichenden entscheiden selbst, ob das Material anonym, unter einem Pseudonym oder unter einem Klarnamen veröffentlicht wird.